Facebook wird wieder menschlicher – das finde ich großartig!

“Einer unserer großen Schwerpunkte für 2018 ist, sicherzustellen, dass die Zeit, die wir alle auf Facebook verbringen, gut genutzt wird. Wir haben Facebook aufgebaut, um Menschen dabei zu helfen, in Verbindung zu bleiben und uns mit den Menschen, die uns wichtig sind, näher zusammenzubringen.”

So beginnt Mark Zuckerberg eine Ankündigung auf Facebook, um zu erklären, dass er den Facebook Algorithmus für den News Feed ändern wird. Zu viele Postings von Medien, Unternehmen und Marken seien im persönlichen Newsfeed zu sehen und die Menschen fühlen sich dadurch auf Facebook nicht mehr so wohl wie früher.

Community Management ist mehr als nur ein „gefällt mir“

Wer eine Facebook Seite betreibt, wird vielleicht schon einen Rückgang der Sichtbarkeit bemerkt haben und es wird voraussichtlich weiter bergab gehen. Und obwohl das auch meine Seite auf Facebook trifft, finde ich es hervorragend und gut so. Schuld an dieser Entwicklung sind übrigens unter anderem diese vielen Postings, die um irgendwelches Engagement gebettelt haben um Reichweite zu erhalten. Also Posts wie “Markiere einen Freund, der auch so ist…” und Ähnliches dieser Art. Durch den jetzigen Algorithmus auf Facebook hat dies zu einer hohen Sichtbarkeit geführt und die Seiten wurden oft angezeigt, wobei in Wirklichkeit kein sinnvoller Inhalt und keine wirkliche Interaktion oder anregende Diskussion dabei war. Gleichzeitig ging es vielen Menschen auf die Nerven, weil Sie passiver Konsument von Schwachsinn wurden, den sie eigentlich so gar nicht sehen wollen. Für die Unternehmen hat es kurzfristig für Aufmerksamkeit gesorgt, was (schlechte) Community-Manager als Erfolg gewertet haben. Diese Community-Manager kommen zumeist aus der Werbung, die Ihren Kunden und Chefs reine Reichweitenzahlen als Erfolg verkaufen. Community Management ist aber etwas anderes als Werbung.

Weiters sagt Zuckerberg: “Die Forschung zeigt, dass – wenn wir soziale Medien nutzen, um mit Menschen in Kontakt zu kommen, die uns wichtig sind – es gut für unser Wohlbefinden sein kann. Wir fühlen uns mit anderen Menschen verbundener und weniger einsam und das geht Hand in Hand mit glücklich sein und Gesundheit.” Das unterschreibe ich und genau das ist der Ansatz meiner Arbeit, auch wenn ich nicht nur für Private, sondern vor allem für Unternehmen die guten Beziehungen zu Ihren Communities stärke.

Es geht um enge Beziehungen und nicht um Reichweite

Es geht nicht um Reichweite sondern um enge Beziehungen. Dies war früher und ist auch heute bei analogen sozialen Netzwerken, wie Sportvereinen, Studentenverbindungen, im Wirtshaus oder im Fanclub nicht anders! Wir haben in den digitalen Netzwerken nur einfach anders, provokativ gesagt – falsch – kommuniziert bzw. wurde uns die Art der Kommunikation durch viele Medienhäuser und Brandmanager so aufgedrängt. Auch deshalb geht es in meinen Seminaren in erster Linie um den Menschen, um Grundlagen der Kommunikation und der Besonderheiten der Community Kommunikation und erst in zweiter Linie um Techniken und Tools dafür.

Nun haben einige Unternehmen Soziale Medien wie Facebook vermeintlich genutzt, um ihre Communities zu managen. Dabei haben Sie jedoch vieles – sagen wir es vorsichtig – suboptimal gemacht. Sie wurden zu Medienmachern und Werbern, die einen für sich empfundenen “Marktplatz” wiederum nur mit Werbung beschallt haben und sich nicht um die Menschen gekümmert haben. Viele Unternehmen haben sich überhaupt erst jetzt auf diesen Weg gemacht, sie gründen derzeit für Social Media eigene Medienabteilungen – doch das ist der vollkommen falsche Weg. Community Management ist nicht Werbung! Im Community Management muss es immer um die Menschen gehen.

Um Beziehungen zu stärken zählt der Aufbau guter, bidirektionaler Kommunikation, was zugegebenermaßen nicht leicht ist und vor allem sehr viel Geduld erfordert. Klar sind auch fast 75% der Facebook Nutzer reine Beobachter und werden niemals Engagement zeigen. Hier gelten die gleichen Regeln wie wir sie eben aus dem analogen Leben kennen. Auch ganz “normale” zwischenmenschliche Beziehungen wie sie eben in Fanclubs, Vereinen, am Stammtisch stattfinden, müssen gepflegt werden. Sie leben vom gegenseitigen Austausch und motivierten Mitgliedern. Durch unsere neuen, oft schlecht gelebten Kommunikationswege in Social Media- und Messenger Services wird dies allerdings immer schwieriger.

Kurzfristige Mobilisierung ist einfach. Langfristig enge Beziehungen zu pflegen ist anspruchsvoll, doch der einzig sinnvolle Weg für Wohlbefinden und privaten und beruflichen Erfolg. So gesehen waren Facebook Seiten alleine für Unternehmen noch nie der beste Weg für Community Management.

Funktioniert Community Management im Facebook überhaupt?

Ja! Die Antwort sind Facebook Gruppen. Hier kann man wie in Foren agieren und einen gesunden, engen Austausch pflegen. Öffentlich, geschlossen oder sogar ganz geheim. Wobei öffentlich bedeutet, dass jeder mitmachen und mitschreiben kann. Bei geschlossenen Gruppen kann zwar jeder die Gruppe finden, man muss dann allerdings als Mitglied in die Gruppe aufgenommen werden um aktiv teilnehmen und die Beiträge sehen zu können. Geheime Gruppen letztlich sind nicht zu finden und von niemanden außer den Mitgliedern zu sehen. Zu diesen muss man eingeladen werden um dabei sein zu können.
Das könnte man wunderbar dazu nutzen um “Leader” nach der Engagement Pyramide zusammenzubringen, damit sich diese dort austauschen und Informationen teilen können, die (noch) nicht für die Allgemeinheit gedacht sind.

Wollen Sie also Ihre Community pflegen, mehr Loyalität und Engagement erreichen, dann können Sie das über Facebookgruppen schaffen. Natürlich ist es auch hier nicht nur einfach der Gruppe Leben einzuhauchen. Es kommt sehr auf den Inhalt an und wie motiviert die Menschen in der Gruppe sind – eine Fanseite für einen Sportler wird vermutlich wunderbar funktionieren. Der Austausch über Dienstleistungen wird etwas schwieriger, ist aber durchaus möglich. Eine geheime Gruppe eignet sich etwa sehr gut für einen Tourismusverband, wo nur der Touchpoint “Betriebe” enthalten ist für laufendes, kollaboratives (also gemeinschaftliches) Arbeiten, ohne dass man große Sitzungen einberufen muss. Natürlich können Sie das auch über jede andere Art von Forum machen. Community Management ist eben mehr als nur ein “gefällt mir” und geht auch nicht so einfach und automatisch.

Noch ein Vorteil der Gruppe ist, dass Sie einzelne Menschen stumm schalten oder sogar ausschließen können. Die Verwaltung der teilnehmenden Mitglieder ist sehr einfach und bietet einige Möglichkeiten, so kann man auch “Penalties” vergeben, wenn sich Gruppenmitglieder nicht an die Netiquette halten und sie etwa für 7 Tage stumm schalten.

Wie überall im Community Management ist es wichtig wer die Menschen Ihrer Gruppe überhaupt sind, wie loyal sie sind und was eigentlich die Ziele sind. In meiner geschlossenen Gruppe möchte ich derzeit eine Gemeinschaft aufbauen die sich über Community Management und Themen rundherum austauschen. Die Mitglieder sollen aktiv etwas beitragen, aber auch die Möglichkeit finden sich gegenseitig bei ihren Projekten zu helfen. Meine Gruppe ist übrigens hier zu finden – ich freue mich wenn Sie Lust haben dabei zu sein. Trotzdem sind Facebook Seiten aber noch wichtig, alleine schon für den Social Proof und auch als Einstieg für Personen, die dann später den Gruppen zugeordnet werden können.

Ich habe große Freude mit der Ankündigung und den Worten von Mark Zuckerberg. Auch wenn es klar ist, dass er sich nun Sichtbarkeiten für Unternehmen teurer bezahlen lassen kann. Aber das ist legitim, ist ja sein Unternehmen. Ich hoffe sehr, dass Facebook nun wieder menschlicher wird!

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Über Gerry Richter´s Seminare

Es war sehr interessant für mich und vor allem war der Mix der Teilnehmer sehr anregend. Zu sehen, was ein echter Fan bewirken kann, hat mich zum Nachdenken angeregt und inspiriert mich für die Zukunft. Echte Begeisterung kann wirklich Berge versetzen.

Christiane Kolar
Seminarteilnehmerin, KOLAR Baustoff GmbH

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