Die absoluten No-Gos in der Social Media Kommunikation

veröffentlicht von Gerry Richter am 18. September 2018

Es gibt sie, diese Momente in denen man sich über soziale Netzwerke ärgert. Wie in jeder guten Beziehung kommt das schon mal vor. Bei mir ist das der Fall wenn ich das Gefühl habe, dass es Marken oder Unternehmen völlig egal ist wer der Empfänger der Kommunikation ist und wenn sich diese Firmenprofile einfach nicht um diejenigen Menschen kümmern, die sie doch ansprechen wollen.
Daher hier eine Liste mit meinen persönlichen No-Gos für die Kommunikation in den sozialen Netzwerken.

8 Dinge, die Sie in der Social Media Kommunikation unbedingt vermeiden sollten!

1) Crossposten

Als Crossposten bezeichnet man das gleichzeitige Versenden des genau gleichen Beitrags an mehrere Plattformen. Da sieht man dann zum Beispiel eine Fülle Hashtags auf Facebook, die eigentlich von einem Instagram Post kommen – oder einen abgeschnitten Text mit einem Facebook Link auf Twitter und so weiter.

Warum ist das etwas, das man auch dann nicht tun sollte, wenn es gelingen würde die Darstellung auf allen Netzwerken richtig hinzubekommen?

Ganz einfach – alle sozialen Netzwerke funktionierten auf ihre Art und Weise etwas anders. Man erreicht auf den verschiedenen Plattformen die Menschen mit unterschiedlichem Fokus. Das heißt – wenn Sie den Beitrag crossposten, zeigt das auch, dass Sie sich nicht wirklich darum kümmern wie das Medium funktioniert. Und so wird der Erfolg auf den einzelnen Medien eher ausbleiben.

Soziale Netzwerke
Unterschiedliche Medien sprechen unterschiedliche Menschen an!

2) Crossposten

Crossposten erschwert, wie oben schon beschrieben, auch oft die Lesbarkeit auf den Plattformen. Eine Liste von 10 Hashtags ohne Inhalt hat auf Facebook nichts verloren. Ein verkürzter Facebook Link mit abgeschnittenem Text ist auf Twitter nicht lesbar. Auch wenn es praktisch ist – zum Beispiel bei Facebook und Instagram ein einziges Posting ohne Mehraufwand abzusetzen – ist es zu vermeiden. Denn diese beiden Plattformen funktionieren in der Wahrnehmung und Interaktion ganz anders.

3) Hab ich schon Crossposten erwähnt?

Crossposten beweist einfach eindrucksvoll, dass es Ihnen völlig egal ist wer eigentlich Ihre Nachrichten konsumiert. Sie denken anscheinend nicht über die Menschen nach mit denen Sie kommunizieren, ansonsten würden Sie nicht Crossposten. Nein, das würden Sie nicht machen!

4) Nicht in Muttersprache posten

Warum posten Sie eigentlich in einer anderen Sprache als Ihrer Geschäfts- oder Muttersprache. Wen wollen Sie warum erreichen? Die wichtigste Grundlage für Social Media Kommunikation ist Authentizität. Wenn man in einer Fremdsprache postet ist es damit, schon bevor man sich mit dem Inhalt befasst, vorbei.
Okay, bei dieser Sache lasse ich Ausnahmen gelten – wenn man sich absolut und immer in einer anderssprachigen Zielgruppe bewegt, darf man das tun – dann ist quasi die Geschäftssprache ja auch nicht die Muttersprache. Dennoch würde ich vorschlagen, dann zweisprachig zu posten.

Hier auch ein Gruß an meine Lieblingsskifahrer. Was fällt euch eigentlich ein, euch in der Werbung als netter, naturliebender Peter von der Alm oder als Bergmädel darzustellen und euch dann in den sozialen Netzwerken englisch mitzuteilen. Wer seid ihr bitte?
Wollen das eure Sponsoren? Trennt euch von Ihnen! Ihr habt bessere Partner verdient! Auch hier gilt Zweisprachigkeit! Die eigene, authentische Sprache und von mir aus eine internationale, die passt um auch die internationalen Fans zu erreichen. Ich freue mich immer wenn sich beispielsweise der Radfahrer Thibaut Pinot oder die Skifahrerin Francesca Marsaglia nicht verbiegen und in ihrer Sprache posten und kommunizieren. Ich freue mich richtig, ihre Originalaussagen zu verstehen bzw. zu übersetzen.

Muttersprache

5) Das gleiche immer und immer wieder posten

Es kann schon sinnvoll sein hie und da ältere Inhalte wieder aufzufrischen. Wenn man allerdings automatisiert Tag für Tag den gleichen Tweet absetzt, könnte das Ihren Followern auf die Nerven gehen. Auch zeigt es ebenfalls, dass Sie sich nicht wirklich um Ihre Kommunikation kümmern. Sie gehen ja auch nicht zu Ihrem Stammtisch und erzählen jeden Tag das gleiche? Obwohl – auch solche Menschen gibt es ja tatsächlich. Also wenn Sie Ihre Follower nerven wollen, machen Sie ruhig weiter so. Soll ja auch manchmal funktionieren.
Hier mein Lieblingsbeispiel derzeit auf Twitter, welches ich jeden Tag neu von der gleichen Person vorgesetzt bekomme:

#Unternehmenskommunikation digital gestalten. Ich biete Strategien und Maßnahmen für eine zeitgemäße Kommunikation. Lassen Sie uns reden.

Bis jetzt habe ich noch nicht mitbekommen, dass hier auch nur ein Mensch geantwortet hätte.

6) Sich nicht um Kommentare kümmern

Soziale Netzwerke sind da um einen Dialog zu führen. Sollten Sie es erreichen, dass Ihre Community mit Ihnen den Dialog sucht, haben Sie etwas geschafft was enorm wertvoll ist. Wenn Sie sich nun um die Kommentare, und damit um die Menschen die diese Kommentare abgesetzt haben, nicht kümmern wird es sehr schnell sehr ruhig werden. Vor allem ist ein ein Zeichen, dass Sie die Menschen, denen es ein Anliegen ist mit Ihnen zu kommunizieren, nicht genug wertschätzen.
Man kann nicht nicht kommunizieren. Und schweigen ist eben auch so ein Zeichen von Desinteresse.

7) Kommentare löschen

Einer meiner persönlichen Lieblingsfehler. Egal wie der Kommentar lautet. Kommentar löschen heißt Zensur. Wenn Sie so etwas vorhaben, dann sollten Sie sich nicht im öffentlichen Dialog, also auch nicht auf sozialen Netzwerken bewegen.
Hier gibt es allerdings eine kleine Ausnahme. Wenn der Kommentierende Regeln bricht, welche sie vorher festgelegt haben, dann dürfen Sie den Kommentar im äußersten Notfall auch löschen. Dann ist aber eine Anmerkung zu machen, warum das passiert ist und eventuell vorher eine Warnung auszusprechen. Aber Achtung: Die Regeln müssen vorab klar sein!

8) Auf Nachrichten nicht antworten

Sie erhalten in Facebook eine Nachricht mit einer Anfrage und antworten nicht. Hallo? Wenn ein Mensch in Ihr Geschäft kommt und Sie anspricht – antworten Sie dann auch nicht? Das ist doch was anderes? Nein, das ist es eben nicht! Es kann Ihnen nichts Besseres passieren, als das Menschen mit Ihnen in Verbindung treten. Nutzen Sie diese Chance!

Nachrichten
Antworten Sie auf Ihre Nachrichten!

Fazit

Kümmern Sie sich um Ihre Community in den sozialen Netzwerken. Sie werden rasch bemerken, dass es nicht sinnvoll ist, auf Twitter, Facebook, Instagram etc. den gleichen Post abzusetzen. Achten Sie darauf in einen Austausch mit den Menschen zu kommen, das stellt einen unglaublichen Mehrwert dar. Menschen, die mit Ihnen interagieren, sind auch diejenigen, die auf Bewertungsplattformen über Sie sprechen, andere von Ihnen überzeugen oder Ihnen zum Beispiel im Falle eines Shitstorms mit positiven Kommentaren zur Seite stehen. In der modernen Kommunikation ist dies eine unbezahlbare Hilfe!

Kümmern Sie sich um Ihre Fans!

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