Begeistern Sie Ihre Mitarbeiter!

veröffentlicht von Gerry Richter am 8. Mai 2019

Mitarbeiter* eines Unternehmens sind heute nicht nur für die Leistungen des Unternehmens wichtig. Durch neue Kommunikationskanäle bestimmen sie heute auch sehr viel von dem was Außen vom Unternehmen wahrgenommen wird. Umso wichtiger ist es geworden, dass die Mitarbeiter von ihrer Arbeit begeistert sind, dass sie Sinn darin sehen und ihre Firma wertschätzen.

Das funktioniert natürlich nur wenn das Unternehmen die Rahmenbedingungen für gegenseitige Wertschätzung und Begeisterung schafft und es in jede Richtung gelebt wird.

Was begeistert Menschen?

Vorweg: Begeisterung bei Mitarbeitern erzeugt man nicht mit Gehaltserhöhungen oder einzelnen Incentives und Goodies. Kurzfristig mag es funktionieren, auf lange Sicht kann es jedoch sogar kontraproduktiv sein.

Fragen Sie sich einmal selbst, was Sie machen würden wenn das Gehalt keine Rolle spielen würde und Sie sich aussuchen könnten, was Sie fortan machen. Wenn Sie die ersten Emotionen wie: “Nie mehr arbeiten gehen, eine Weltreise machen”, etc… hinter sich lassen: Wobei würden Sie mithelfen, Hand anlegen, was würden Sie gerne tun? Welche Eigenschaften müsste die Tätigkeit erfüllen damit Sie sie gerne machen?

Bevor Sie unterhalb des Bildes weiterlesen, denken Sie kurz darüber nach.

Arbeitsplatz
Was benötigen Menschen für Begeisterung beim Arbeiten?

Ein paar Vorschläge:

  • Die Tätigkeit soll Sinn machen.
  • Die Tätigkeit hat ein klares Ziel.
  • Die Tätigkeit macht Ihnen Spaß (nämlich die Tätigkeit selbst und nicht erst das Ergebnis)
  • Die Tätigkeit weckt Ihre Neugier.
  • Eine gemeinsame Tätigkeit mit Anderen in einem guten(!) Team.
  • Sie werden für Ihr Tun wertgeschätzt
  • Sie haben Erfolg in Ihrer Sache.
  • Die Tätigkeit fordert Sie, aber sie überfordert Sie nicht.
  • Sie haben Abwechslung bei der Tätigkeit.
  • Sie können in einem gewissen Rahmen selbst Entscheidungen treffen.
  • Sie können bei der Tätigkeit etwas erleben, von dem Sie gerne erzählen.

Ich denke, ich habe einige Eigenschaften getroffen, die Ihnen auch eingefallen sind. Falls Sie noch andere Ideen haben, dann schreiben Sie diese gerne in die Kommentare.

Die genannten Eigenschaften sind welche, die Menschen aktiv werden lassen. Das Gegenteil lässt sie inaktiv sein. Je mehr davon Sie in Ihrem Unternehmen für die Mitarbeiter erfüllen können, desto mehr Begeisterung und Engagement erhalten Sie. Beachten Sie, dass Engagement immer freiwillig ist und nicht erzwungen werden kann.

Sie sehen auch, dass diese Punkte alle nichts mit irgendwelchen Technologien zu tun haben, sondern mit menschlichen Bedürfnissen und Werten. Auch das Umfeld wie zum Beispiel bauliche Situationen fördern den Faktor Spaß oder das “nicht überfordert” sein, sind also nur Mittel zum Zweck.

Die Rolle neuer Technologien

Wenn Sie also Mitarbeiter begeistern wollen, denken Sie nicht daran was Ihnen neue Technologien bringen könnten. Überlegen Sie zuerst, welche menschliche Bedürfnisse Sie abdecken müssen und erst dann welche Technologien Sie dabei unterstützen könnten. Fragen Sie dazu am Besten die Mitarbeiter selbst, was sie sich wünschen – auch das ist Wertschätzung und Kommunikation auf Augenhöhe.

Nun die beste Nachricht der Digitalisierung: So ziemlich jede Tätigkeit, die einem klaren Workflow mit vorgegebenen Entscheidungskriterien folgt und eher einer stupiden, wiederholenden Arbeit gleicht, wird in Zukunft von Maschinen übernommen werden. Das heißt die Mitarbeiter können sich anderen, sinnvolleren Aufgaben widmen, was die Motivation fördert. Menschen müssen aber auch auf ihre neue Aufgaben durch Weiterbildungen vorbereitet werden, damit sie nicht Gefahr laufen in eine „Überforderung“ zu rutschen.

Neue Technologien können die oben genannten Werte unterstützen. Eine wesentliche Rolle spielen dabei Kommunikationstechnologien zur Verbesserung von Workflows, Zugang zu Wissen, Involvierung des Einzelnen. Das funktioniert zum Beispiel wunderbar mit collaborativen Arbeitstools, also Apps zur optimalen Zusammenarbeit mit Wissensdatenbanken, transparenten Kommunikationschannels, Aufgabenboards, etc… .

Wie wirkt Begeisterung bei Mitarbeitern

Auf der Hand liegt, dass Menschen, die von einer Tätigkeit begeistert sind, diese gerne und mit viel Engagement machen.

Die interne Kommunikation verbessert sich, da Begeisterung das Teambuilding verstärkt und die Lösungsorientierung fördert. Die einzelnen Menschen sind mehr an der Verwirklichung der gemeinsamen Ziele interessiert.

Auch die externe Kommunikation wird unterstützt. Ein Mensch der von etwas begeistert ist, erzählt auch gerne davon. Bei unserem Kommunikationsverhalten in transparenten Netzwerken und Communities erzeugt das eine Kommunikation nach außen, die nicht nur den engsten Freundeskreis erreicht, sondern vielleicht zehntausende Menschen in sozialen Netzwerken.

Die Mitarbeiter können auf diese Art und Weise extrem wertvoll für die Unternehmenskommunikation sein.

Schaffen Sie die Rahmenbedingungen im Unternehmen

Versuchen Sie die oben genannten Werte für Ihre Mitarbeiter möglich zu machen. Das können verbesserte Arbeitsabläufe sein, neue Teamstrukturen, sinnvolle Kommunikationstechnologien, aber auch bauliche Maßnahmen und durchaus Einführung von neuen Technologien, die die Werte der Menschen unterstützen. Das ist auch gleichzeitig die große Chance einer digitalen Transformation.

Vergessen Sie dabei nicht, dass Werte wie “Spaß an der Tätigkeit”, oder “Es muss Sinn machen”, “ein gutes Team” von den einzelnen Menschen unterschiedlich interpretiert werden. Ein Wutzler, ein Flipper oder coole Möbel, wie sie gerne in Start-Ups zu finden sind, scheinen vielleicht lässig, sind aber kaum die nachhaltige Lösung.

Fördern Sie den Menschen, in dem was er gerne tut. Bilden Sie ihn aus, geben Sie ihm Zugang zu Wissen und Neuigkeiten.

Lassen Sie Ihre Mitarbeiter erfolgreich in ihrem Tun sein. Das heißt, dass nicht das Ergebnis für den Einzelnen zählt, sondern der Erfolg in seiner Sache, bei seiner Aufgabe.

Schaffen Sie Freiräume. Der Mensch möchte frei sein, viel mehr als jemals zuvor. Geben Sie ihm die Möglichkeiten Freiheiten in einem gewissen Rahmen im Unternehmen auszuleben. Auch wenn es eigenartig klingen mag – Freiheit benötigt klare Regeln und Rahmen, alles andere wäre Anarchie.

Schaffen Sie Räume, in denen sich Mitarbeiter ungezwungen untereinander austauschen können, wo sich verschiedene hierarchische Ebenen auf Augenhöhe treffen können.

Binden Sie die Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse ein. Involvieren Sie die Menschen. Das ist wertschätzende Kommunikation.

Sorgen Sie für eine gute Teamkultur, indem Sie das Teambuilding aktiv begleiten. Nicht durch einzelne Incentives, sondern durch laufende Arbeit. Teamentwicklung ist immer ein Prozess.

Begeisterung wirkt immer mehrfach

Motivierte, begeisterte Mitarbeiter können also viel mehr bewirken als man im ersten Moment denkt. Sie bestimmen das innere Klima und die Außenwahrnehmung des Unternehmens. Damit haben Sie oft mehr Wirkung für das Unternehmen als teure Werbung.

Die Beziehungen zu den Mitarbeitern zu pflegen macht also mehrfach Sinn. Sich um Menschen zu kümmern, ist allerdings keine Sache, die automatisiert oder nebenbei geht. Dafür sollte es Profis im Unternehmen geben, die eine Unternehmenskultur in der beschriebenen Weise fördern können. Das ist in kleineren Unternehmen Chefsache, in größeren Unternehmen kann es sinnvoll sein für diese Aufgaben eine Stabstelle einzurichten.

Professionelles Community Management ist hier die Lösung. Ein Community Manager sollte daher hohe Coachingqualitäten, mit hohen Kommunikationsfähigkeiten und sozialer Intelligenz vereinen. Alles Eigenschaften, die in zukünftigen Arbeitswelten immer wichtiger werden.

Community Management sorgt für nachhaltige Begeisterung und Motivation. Und ich frage Sie: Was gibt es Besseres als hochmotivierte und begeisterte Mitarbeiter, die noch dazu davon erzählen?

*Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit bezeichnen wir Personengruppen in einer neutralen Form (Mitarbeiter, Kollegen), wobei wir immer sowohl weibliche als auch männliche Personen meinen.

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