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Der FLOW und seine Rolle bei der Mitarbeiter Motivation

veröffentlicht von Gerry Richter am 11. April 2018

Während ich im Winter viel auf Skiern unterwegs bin, starte ich jetzt im Frühjahr wieder meine Aktivitäten mit dem Rennrad. Eine der ersten Ausfahrten in diesem Jahr war nun bei sehr starkem Wind und siehe da – es war wunderbar! Absolut motivierend und gleichzeitig befriedigend, das war in der Vergangenheit am Anfang des Jahres ganz anders. Was habe ich aber heuer anders gemacht? Ich habe meine Ziele verändert und bin so gleich zu Beginn in einen Flow gekommen.

Da ich immer gerne  Sport mit Alltag und Beruf vergleiche, erkläre ich in diesem Artikel was der FLOW-Zustand mit Kommunikation, Motivation und Mitarbeiterführung zu tun hat.

Der FLOW bezeichnet das Gefühl der völligen Vertiefung und des völligen Aufgehens in einer Tätigkeit, auf Deutsch in etwa “Schaffens- oder Tätigkeitsrausch”. Wäre doch schön, wenn wir dies im Arbeitsleben, bei uns selbst und auch bei Mitarbeitern, schaffen könnten. Sehen wir uns nun zuerst an, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um in einen FLOW-Zustand zu gelangen.

Voraussetzungen für den FLOW-Zustand

  •  Die Aktivität hat klare Ziele
    Die Aktivität hat unmittelbare Rückmeldung
    Die Tätigkeit hat ihre Zielsetzung bei sich selbst, ist also in sich selbst belohnend, wie es beispielsweise das Spielen generell ist.
  • Wir sind fähig uns auf unser Tun zu konzentrieren
  • Anforderung und Fähigkeit stehen in einem ausgewogenen Verhältnis , sodass keine Langeweile oder Überforderung entsteht.
Radsport Gerry
Bei einer meiner Lieblingsbeschäftigungen

Vergleichen wir also mein Rennradtraining mit dem Arbeitsalltag anhand dieser Voraussetzungen.

1) Die Aktivität hat klare Ziele und ihre Zielsetzung bei sich selbst

Das klare Ziel bei meiner Radrunde war es, den sogenannten “runden Tritt” zu optimieren, also die gleichmäßige Zug- und Druckverteilung beim Treten, was beim Rennradfahren ganz besonders wichtig ist. Ein Ziel, das auch bei widrigsten Verhältnissen – wie es eben der starke Wind war – zu erreichen möglich war.

Das Ziel war in der Tätigkeit selbst gesetzt und ich bekam direkte Rückmeldung.
Hätte ich gute Zeiten, schnelles Fahren, etc. als Ziel gehabt, wäre das bei dem vorhandenen Wind und dem noch winterlichen Körperzustand 🙂 nicht möglich gewesen und hätte somit zum Mißerfolg und voraussichtlich zur Demotivation geführt. Außerdem wäre kein Lernfaktor gegeben – und somit auch keine Möglichkeit sich nachhaltig zu verbessern.

Umgesetzt auf das Arbeitsleben bedeutet das: Das Ziel muss gut formuliert sein und die Tätigkeit sollte unmittelbare Rückmeldung geben. Zweiteres ist bei der Arbeit natürlich nicht immer möglich. Die Rückmeldung kann und soll aber auch der Vorgesetzte geben – direkte Rückmeldung! Dabei geht es gar nicht um Lob, als vielmehr um eine Rückmeldung an sich. Ist die Tätigkeit so ausgelegt, dass sie “von selbst” Rückmeldung gibt, indem man selbst bemerkt, dass es vorangeht oder dass etwas fertig wird, dass es “läuft”, dann wirkt dies ziemlich motivierend.

2) Wir sind fähig uns auf unser Tun zu konzentrieren

Das ist beim Radfahren nun nicht so schwierig, wobei – einen Moment: Wenn man auf stark befahrenen Straßen dahin fährt, kann man sich nicht so gut auf den runden Tritt konzentrieren, weil man möglicherweise vom Autoverkehr abgelenkt wird. Ich bin fast ausschließlich Radwege oder kleine, gut asphaltierte, Feldwege gefahren. Ich habe mir also die Wege ausgesucht, auf denen ich mich voll auf meine Aktivität konzentrieren konnte.

Es gilt also sich selbst ein Umfeld zu schaffen, in dem man sich voll auf die Tätigkeit konzentrieren kann. Dauernde Ablenkungen sind einfach kontraproduktiv für unsere Produktivität. Auch hier kann der Vorgesetzte die Rolle übernehmen, damit dieses Umfeld wirklich besteht. Wie das funktionieren kann, ist von Job zu Job, von Firma zu Firma verschieden und erfordert große Flexibilität bei Vorgesetzten und Mitarbeitern. Schalten Sie doch auch mal Ihr Handy ab und checken Sie nicht laufend Ihre E-Mails.

Der FLOW

3) Anforderung und Fähigkeit stehen in einem ausgewogenen Verhältnis, sodass keine Langeweile oder Überforderung entsteht.

Würde ich jetzt beim Radfahren viel zu lange oder steile Berge fahren um meinen runden Tritt zu trainieren, wäre ich sicherlich überfordert und das eigentliche Ziel wäre nicht mehr zu verfolgen. Ich habe darum flache, sehr gute Straßen gewählt und meine Geschwindigkeit den Verhältnissen angepasst, sodass mir nicht langweilig wurde, ich aber auch nicht überfordert war.

Wieder umgelegt auf Arbeit und Beruf bedeutet das – es ist immer gut seine Mitarbeiter zu fordern, aber eben nicht zu überfordern. Ich denke, dass dies im Arbeitsleben eine der schwierigsten Aufgaben ist. Wird den Mitarbeitern langweilig, sind sie nicht so leistungsbereit. Sind sie überfordert, kommt es zu Stress der die Leistungsfähigkeit ebenso mindert.
Man muss also bei jedem Mitarbeiter individuell wissen, was am Besten für ihn ist. Manche Mitarbeiter können Sie mehr fordern, andere sind wiederum schneller überfordert. Da kommt es nun auch auf die Rückmeldungen, auf die Kommunikation der Vorgesetzten an, natürlich gibt es aber ebenso eine gewisse Selbstverantwortung.

Ich selbst hatte einen Riesenspaß, da ich bei meiner Radrunde meine Ziele gut verfolgen und erreichen konnte, trotz widrigster Verhältnisse.
Um das im Beruf umzusetzen ist Selbstverantwortung jedes Einzelnen gefragt. Das richtige Umfeld dafür zu schaffen, die optimale Zielsetzung und gute Rahmenbedingungen zu schaffen, ist die Aufgabe einer guten Mitarbeiterführung.

Zusammenfassende Tipps wie Sie den FLOW bei Ihren Mitarbeitern fördern:

  • Ziele immer klar und sinnvoll formulieren – und diese Zielsetzungen dann auch kommunizieren.
  • Das Ziel – wenn möglich – in der Tätigkeit selbst suchen, vielleicht finden Sie spielerische Elemente.
  • Immer wertschätzende Rückmeldung geben – das muss und soll gar nicht immer Lob sein, die Rückmeldung selbst ist wichtig.
  • Schaffen Sie ein Arbeitsumfeld und Abläufe, in dem sich die Mitarbeiter auf ihre Tätigkeiten konzentrieren können.
  • Fordern Sie Ihre Mitarbeiter, aber überfordern Sie sie nicht

Viel Spaß beim Finden des FLOWs!

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