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Fitnessprogramm: Digitale Kommunikation für Mitarbeiter

veröffentlicht von Gerry Richter am 19. Juli 2018

Im Zeitalter digitaler Kommunikationskanäle ist es enorm wichtig geworden, Mitarbeiter noch mehr in den Kommunikationsprozess des Unternehmens zu involvieren. Durch das eigene Personal erreicht der Betrieb gewollt oder ungewollt eine große Anzahl von Menschen. Es kann nichts Besseres passieren, wenn der Tenor dabei überwiegend positiv ist. Mitarbeiter sind viel wichtigere Botschafter Ihres Unternehmens als jemals zuvor.

Freiwillige
Mitarbeiter sind freiwillige Botschafter

Es gibt viel mehr Gründe als man annehmen möchte, alle und zwar wirklich alle Mitarbeiter eines Unternehmens auf das gleiche Wissen der internen und externen Unternehmenskommunikation zu bringen. Und zwar vom Außendienstmitarbeiter über den Manager bis hin zum Servicetechniker.

Nahezu jeder Mensch lebt heute in größeren (Online-)Communities, bewusst oder unbewusst. Hat man früher am Stammtisch oder im Verein laut seine Meinung geäußert, tut man das heute vor allem im Internet. Haben früher 10 oder 20 Personen zugehört, hören heute unter Umständen Tausende zu. Und hier ist die große Herausforderung. Jeder Mensch spricht auch indirekt oder direkt über seinen Arbeitgeber. Der Angestellte sieht vielleicht auch seinen Chef in sozialen Netzwerken auf eine ganz andere Art als er ihn persönlich kennt und das Unternehmen postet auf sämtlichen Kanälen wie Facebook, Twitter oder Linkedin. Oft wissen Mitarbeiter nicht, wie sie damit umgehen sollen.

Früher haben uns weniger zugehört...

Gleichzeitig werden digitale Arbeitswelten immer häufiger und auch die interne Kommunikation läuft vorwiegend digital ab und ändert sich gefühlt alle paar Wochen – von E-Mail, über Messenger Services bis hin zu Collaboration Tools für die optimale Zusammenarbeit.
In vielen Fällen passieren solche Dinge leider recht ungeplant und für die Mitarbeiter ist es schwierig zu erfassen, wer, was wie nutzt und vor allem auch, was alles erlaubt ist, oder wie die Kanäle am Besten funktionieren.

Social Media Kommunikation - Gefahr und Chance

Erst vor Kurzem war ich in einem Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern und stellte fest, dass kaum jemand des Personals beim Facebook Account des Unternehmens aktiv ist, was ich sehr schade finde. Es stellte sich heraus, dass ein Mitarbeiter vor einiger Zeit aufgrund von Aussagen auf Facebook gekündigt wurde. Er teilte strafbare Inhalte und hatte seinen Arbeitgeber in seinem Profil angegeben, daraufhin wurde das Unternehmen auf ihn aufmerksam gemacht und der Mitarbeiter gekündigt. Seitdem geben die Mitarbeiter des Unternehmens lieber nicht mehr an, dass sie dort arbeiten und interagieren auch nicht mit der Unternehmensseite, teilen auch keine Inhalte, obwohl grundsätzlich die Stimmung im Unternehmen sehr, sehr gut ist.

Diese Geschichte zeigt, wie wichtig es ist Menschen darauf aufmerksam zu machen, was in sozialen Netzwerken und in anderen digitalen Kanälen passieren kann, wie sehr sie ihr Leben dabei öffentlich machen. Andererseits ist es eine große Chance für die Unternehmenskommunikation, wenn die Mitarbeiter von ihrem Arbeitgeber begeistert sind und das auch kundtun. Auch die MItarbeiter können positiv auf sich aufmerksam machen.

Update der Unternehmenskommunikation als Schulung für die Mitarbeiter

Die Lösung sind Schulungen für die Mitarbeiter. Aufwendig, aber nicht schwierig und der Aufwand macht sich mehrfach bezahlt. Man kann die Mitarbeiter für die Kommunikation über digitale Kanäle fit machen, sodass das Unternehmen und sie selbst profitieren. Man kann ihnen Leitfäden geben was im Zusammenhang mit dem Unternehmen gewünscht oder eher unerwünscht ist. Sie bekommen ein Kommunikationsupdate und das gesamte Unternehmen profitiert von besserer Zusammenarbeit – nicht nur in digitalen Kanälen, sondern auch analog.
Aber Achtung: Die Kommunikation jedes Einzelnen in sozialen Netzwerken ist Privatsache! Vorschriften machen geht nicht, aber den Mitarbeitern Sicherheit im Umgang damit geben, geht sehr wohl.

Man kann diese Schulungen nutzen um neue, interne Tools vorzustellen, wie ein Intranet oder eine interne Gruppe zur offenen Diskussion, oder auch ein Collaboration Tool (ein online Werkzeug zur optimalen Zusammenarbeit). Die Manager könnten sich öffnen: “Ich freue mich, wenn ihr mir auf Linkedin folgt…” und sich für Diskussionen zu Verfügung stellen, natürlich müssen Sie das dann auch wirklich leben. Digitalisierung hat auch sehr viel mit Corporate Culture, also mit der gelebten Unternehmenskultur zu tun.

Man kann solche Schulungen auch nutzen, um Menschen im Unternehmen zu finden, die eine Gabe für die digitale Kommunikation und für die Digitalisierung grundsätzlich haben und sie dann in diesem Bereich gewinnbringend einsetzen.

Vertrauen
Geben Sie den Mitarbeitern Sicherheit und Vertrauen.

Benefit für Unternehmen und Mitarbeiter

Sind die Mitarbeiter eines Unternehmens auf einem Stand mit der externen Unternehmenskommunikation, dann haben sie enorme Kraft.

Stellen Sie sich vor, ein Servicetechniker ist bei einem Kunden vor Ort. Der Kunde ist begeistert vom Unternehmen und der Techniker kann gleich sagen: “Folgen Sie uns schon in den sozialen Netzwerken? Es freut uns, wenn wir dort Feedback erhalten.” oder “Erhalten Sie schon unsere Informations Mails? Nein? Dann können Sie sich gleich bei mir dafür anmelden!” Dafür muss er wissen, wie das Unternehmen extern kommuniziert. Eine Notiz in einem internen CRM (Customer Relationship Management) System, dass es hier einen begeisterten Kunden gibt, kann er auch noch hinzufügen. Dies kann bei gutem Community Management sehr gewinnbringend sein. Nicht zuletzt ist es eine “Werbung” für den Mitarbeiter selbst – denn er ist derjenige, der beim Kunden für das Unternehmen steht und sich damit auch aktiv in das Unternehmen einbringen kann.

Oder: Das Unternehmen will sich als guter Arbeitgeber präsentieren und liefert in den sozialen Netzwerken immer wieder Informationen über seine Mitarbeiter – die Kollegen reagieren positiv und liken, kommentieren und teilen die Beiträge. In kürzester Zeit wird das Ziel des Unternehmens erreicht sein. Wenn die Mitarbeiter freiwillig aktiv sind, dann muss es wohl ein gutes Unternehmen, ein guter Arbeitgeber sein.

Die Community der Mitarbeiter ist eine der Wichtigsten, wenn nicht überhaupt die Wichtigste für ein Unternehmen.

Mache deine Mitarbeiter zu Fans und kümmer dich um sie.

Das ist Teil des Community Managements. Das geht auf viele Arten, aber vor allem auch mit Weiterbildungen, die in erster Linie den einzelnen Menschen im Fokus haben. Die Mitarbeiter werden es Ihnen danken.

Es gibt unter Human Ressource- und Marketingverantwortlichen immer wieder die Diskussion ob man die Mitarbeiter für die Kommunikation in sozialen Netzwerken instrumentalisieren kann oder sogar soll. Die Antwort ist einfach: NEIN!

Ganz wichtig bei der Kommunikation in sozialen Netzwerken und der Stimmung im Unternehmen ist die Authentizität und Freiwilligkeit. Wie man intern kommuniziert kann ein Unternehmen vorgeben. Wie die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in sozialen Netzwerken auftreten, darf nicht vorgeschrieben werden. Sie, als Unternehmen müssen dafür sorgen, dass Ihr Personal von Ihnen begeistert sind und freiwillig aktiv werden. Dafür muss das Personal Sicherheit haben und wissen ob Sie das als Unternehmen auch wollen und schätzen.

Geben Sie Ihrem gesamten Unternehmen ein “Fitnessprogramm” im Nutzen von digitalen Kommunikationskanälen und Sie profitieren auf vielen Seiten.

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