Neue Möglichkeiten schenken statt Veränderungen erzwingen

veröffentlicht von Gerry Richter am 8. Januar 2019

Sich selbst zu verändern ist schwierig. Noch schwieriger wird es wenn andere von einem erwarten, dass man sich ändert. Gerade während der Digitalisierung und in der heutigen Arbeitswelt wird viel von Veränderung, Change und Wandel gesprochen. Was dabei übersehen wird ist, dass Menschen im Prinzip keine Veränderungen wollen.

Die meisten von uns verändern sich nicht gerne oder tun sich schwer damit. Selbst wenn wir wissen, dass uns eine Veränderung gut tut, haben wir Probleme sie umzusetzen. Wenn uns dann noch vorgegeben wird, dass wir uns verändern MÜSSEN, dann treten wir überhaupt in eine Abwehrhaltung.

Viel interessanter kann es sein, wenn wir zur Überzeugung kommen, dass wir neue Möglichkeiten und Chancen bekommen, dieses vor allem selbst erkennen und uns möglicherweise auch Unterstützung dafür zugesagt wird.

Menschen sind neugierig und wenn sie eine gewisse Sicherheit haben, wagen sie auch neue Wege. Trotzdem ist es nach wie vor nicht leicht die notwendigen Schritte zu machen.

Grundsätzlich sind wir “Gewohnheitstiere”, wir verlassen äußerst ungerne unsere bekannten und sicheren Abläufe und Verhaltensweisen. Deshalb haben wir auch oft Rituale, um uns auch in schwierigen Situationen, die uns Angst und Stress machen, an gewohnten Dingen festhalten zu können. Im Sport-Mentaltraining wird dies übrigens aktiv eingesetzt, damit der/die SportlerIn seine Anspannung vor oder im Wettkampf regulieren kann. Rituale sind aber durchaus auch etwas fürs Büro.

Die Macht der Gewohnheit hat auch mit der Art und Weise wie unser Gehirn funktioniert zu tun. Ich möchte Ihnen dazu eine Geschichte erzählen, die ich selbst in meiner Mentaltrainerausbildung gehört habe.

Der Skibus und die Liftstation

Neue Pfade
Pfade müssen erst ausgetreten werden!

Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit einem vollbesetzten Autobus zu einer Skistation um dort mit dem Lift den Berg zu erklimmen. Von der Bushaltestelle bis zur Liftstation gibt es einen ausgetretenen Pfad, überall anders ist tiefer Neuschnee.

Was werden Sie bzw. die anderen Businsassen machen?
Sie werden aller Voraussicht nach diesen ausgetrampelten, einfach zu begehenden Weg nehmen.

Und genau so funktioniert unser Gehirn. Wenn dort einmal ein Muster von Denken, Fühlen und Verhalten stabil angelegt ist, wird das Gehirn auf jeden neuen Reiz so reagieren, dass es diese bekannten Muster abruft.

Neue Wege sind immer mit Schwierigkeiten und Aufwand verbunden. Je häufiger sie aber begangen werden, desto besser werden sie zu nutzen sein und neue Reize und Informationen werden im besten Fall dann über die neu geschaffenen Möglichkeiten verarbeitet. Ohne diese Hürden erhalten Sie aber auch keine neuen Chancen.

Wie schnell und gut das funktioniert, hat wiederum viel mit Ihrer Erziehung und Ausbildung zu tun. Eben damit was Ihr Gehirn frühzeitig gelernt hat und wie sehr sich gewisse Verhaltensweisen emotional eingebrannt haben.

Was bedeutet das für Wandel und Veränderung im Geschäftsleben

In der Arbeitswelt sind wir immer wieder notwendigen Veränderungen und Anpassungen ausgesetzt. Einerseits betrifft das die Organisation, das Unternehmen selbst und andererseits dadurch auch die Menschen in der Organisation.

Gerade in der heutigen Zeit der Digitalisierung sind Anpassungen notwendig geworden. Schnelligkeit und Häufigkeit der Veränderungen lösen bei vielen Unbehagen – ja sogar Angst – aus. Umso mehr müssen die Verantwortlichen für Änderungsprozesse darauf achten, dass diese behutsam vorgenommen werden.

Die Zeiten des Wandels sind Zeiten der permanenten Verunsicherung!

Je mehr Leute man nun auf neue Wege mitnimmt, desto besser werden neue Pfade gefunden und auch schneller ausgetreten. Der Einzelne muss sie immer und immer wieder gehen. Er braucht dabei seine persönlichen Erfolge, damit er die neuen Möglichkeiten emotional positiv erlebt. Oder auch einen Mentor, der ihm den Weg zeigt.

Dafür muss das Unternehmen, die Geschäftsführung aber auch Abzweigungen und Irrwege erlauben und man kann nicht von allen das gleiche Tempo verlangen. Es gibt Leute, die marschieren, andere die lieber dokumentieren, welche die es genau wissen wollen und jede Abzweigung nehmen die sie finden. Und die Nächsten wiederum sichern lieber die bekannten Strukturen.

Alles davon ist gut!
Will man nun motivierte Menschen für einen Veränderungsprozess finden, dann muss man die Menschen fragen, welche Wege sie gehen wollen. Ihnen also auch die Wahl lassen.

Schreibt man ihnen vor, dass sie sich verändern MÜSSEN, und gibt ihnen vor was sie genau an sich verändern müssen, dann wird man scheitern, weil man keine Unterstützung und viel Gegenwind bekommen wird.

Neue Wege
Es gibt Spannendes zu entdecken!

Wenn man also Veränderungen oder nennen wir es besser neue Chancen für sein Unternehmen will, muss man Möglichkeiten für die Menschen schaffen einfach dabei sein zu können und ihre Neugier erwecken.

Das gilt übrigens auch für Mitarbeiter, die Ideen haben welche die Chefetage ablehnt. Auch diese will sich meist nicht so richtig verändern. Ein Coaching von außen ist dabei natürlich enorm hilfreich.

In unserem Beispiel vom Autobus wollen wir einfach zu der Liftstation um den Lift zu erreichen, der uns dann auf den Berg bringt.

In der Digitalisierung ist es so, als ob wir vor der Liftstation einen anderen, am Anfang beschwerlichen, Weg nehmen und dann vielleicht die Liftstation nicht finden, dafür jedoch einen noch einfacheren, schnelleren Weg um auf den Berg zu kommen.

Schlecht? Nein!
Sind dafür wirklich Veränderungen am Menschen notwendig? Ich sage: NEIN!

Was notwendig ist, ist neue Chancen und Möglichkeiten zuzulassen und zu erkennen! Das kann man nur über Einbindung aller Beteiligter und das Zulassen von Fehlern und Freiheiten. Und das funktioniert wiederum mit gutem Community Management am besten.

Dazu sind unter Umständen neue Varianten in der Infrastruktur, neue Räume, neue Arbeitsplätze und soziale Einrichtungen im Büro notwendig. Wahrscheinlich ist es auch sinnvoll andere Formen von Teams und Teamleadern zuzulassen.

Aber keiner muss zu Veränderung an sich gezwungen werden, die eben in den meisten Fällen eher abgelehnt wird. Es gilt das Umfeld zu schaffen, das bei aller Sicherheit auch neue Chancen für jeden Einzelnen eröffnet und jedem die Möglichkeit bietet seine Persönlichkeit zu entfalten.

Neue Leadership Qualitäten

Menschen in Führungsverantwortung müssen heute nicht die sein, die vorangehen. Sie müssen es zulassen, dass andere die Führung übernehmen, dass diese aber auch umkehren dürfen und dass sich immer wieder neue Teams finden und wieder andere die Führung übernehmen.

Der Leader von heute ist dabei ein Coach, der den Menschen ihren ganz persönlichen Erfolg möglich macht und sie dabei unterstützt. Das hat viel mit Menschenkenntnis und Empathie sowie Persönlichkeitsprofilen und Rollenverteilung zu tun.

Geschenke bekommen statt sich verändern müssen!

Neue Chancen
Neue Chancen motivieren!

Veränderung, Change und Wandel, oder „agile Transformation“ oder „verändertes Mindset“ und das vielleicht noch unter Druck und Zwang, klingt für die meisten nach Gefahr. Nach etwas was wir nicht wollen und daher ablehnen.

Wenn Sie es aber schaffen Ihren Mitarbeitern und Kollegen neue Möglichkeiten und Chancen zu bieten, bessere Arbeitsbedingungen und einfachere Workflows, dann klingt das gut. Das geht wiederum nur, wenn man genau die Menschen, die es betrifft, von Anfang an in den Prozess einbindet.

Genau dabei helfe ich Ihnen gerne!

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