SMARTe Ziele formulieren

veröffentlicht am 13. Mai 2019

Warum ist es manchen Menschen möglich, sehr lange motiviert ihre Ziele zu verfolgen und anderen nicht?
Das Geheimnis sind SMARTe Zielformulierungen. Auch im Community Management oder in der Teamführung können Sie mit SMART formulierten Aufforderungen Erfolge feiern.

Bei einem meiner letzten Seminare “Rezept für eine erfolgreiche Sportkarriere” fragte ich nach den Zielen der anwesenden, jungen Sportler*. Die jungen Talente gaben folgende Antworten: “Gut durch die Saison kommen”, “Besser werden” oder “Erfolgreich sein”.

Nach den ersten, gemeinsam erarbeiteten, Erkenntnissen habe ich die jungen Menschen gefragt: “Was heißt: Gut durch die Saison gekommen?”, oder “Wie merkst du, dass du erfolgreich bist?”.

Ihre Ziele waren ausnahmslos so formuliert, dass die Sportler es selbst nicht merken können, wenn das Ziel erreicht ist. Das bedeutet auch, dass sie es nicht merken, wenn sie tatsächlich erfolgreich sind.

Alleine aufgrund der Formulierung kann es also kein positives Ergebnis geben. Die Folge ist Demotivation und schließlich Frustration. Die Lösung dieser Spirale zu entkommen, wäre zumindest für einen Sportler ja vermeintlich leicht. Man müsste einfach alles gewinnen, aber – wer tut das schon?

Denken Sie nun einmal daran, wie Sie sich Ihre letzten Ziele gesetzt haben.
“Ich möchte weniger rauchen”, “Ich möchte abnehmen”, “Ich möchte mehr Sport machen”, “Ich möchte Karriere machen”, “Ich möchte mehr erreichen”.
Das sind ganz typische Zielsetzungen, möglicherweise auch Neujahrsvorsätze, die jedoch in den meisten Fällen ebenfalls schon an der Formulierung scheitern werden.

SMARTe Zielformulierungen helfen Ziele zu erreichen und motiviert zu bleiben

Wie sollte man nun Ziele formulieren, damit die Motivation langfristig anhält und man sein Ziel erreicht? Die Ziele sollten vor allem SMART sein.

SMARTe Ziele
SMARTe Ziele

Wenn Sie also Ziele setzen wie “Ich möchte abnehmen”, dann trifft das so ziemlich auf keinen einzigen Punkt der SMART Regeln zu. “Ich möchte gut durch die Saison kommen” übrigens auch nicht. Sie geben sich selbst keine Chance auf Erfolg und werden zwangsläufig scheitern.

Die Bedeutung von SMART

S – Spezifisch
Ziele sollten sehr konkret formuliert sein, um die Zielerreichung besser kontrollieren zu können.

M – Messbar
Ein Ziel muss messbar sein. “Abnehmen” oder “Erfolgreich sein” sind nicht messbare Größen. “Ich möchte 5kg abnehmen” und “Ich möchte mindestens zwei Wettkämpfe unter den ersten Drei beenden”, ist messbar.

A – Attraktiv / Akzeptiert
Für das “A” in der SMART Formulierung gibt es manchmal die Formulierung “Akzeptiert”, manchmal “Attraktiv”. Mir gefällt “Attraktiv” besser, da es meiner Meinung nach einen positiveren Aspekt hat.

Sinn: Das Ziel muss beim Menschen “angekommen” sein und es ist für ihn attraktiv es zu erreichen.

R – Realistisch
Ein Punkt an dem wirklich Viele scheitern und der ganz ehrlich auch bei mir selbst immer wieder ein Knackpunkt war: das Ziel muss realistisch sein. Wenn man im Sport immer um den letzten Platz kämpft und sich als Ziel “Ich will gewinnen” gesetzt hat, wird das unrealistisch sein und man wird seinem Ziel immer erfolglos nachlaufen – frustrierend, oder?

Setzen Sie sich jedoch realistische Ziele ist die Chance auf Erfolg hoch. Setzen Sie sich aber auch nicht zu geringe Ziele, denn das verleitet dazu, sich nicht wirklich anzustrengen.
Ziele sollten Sie fordern, aber nicht überfordern.

T – Terminisiert
Es sollte immer einen Startpunkt und einen Endpunkt geben. Ohne diese Terminisierung wissen Sie nie, ob Sie erfolgreich sind. Wann können Sie sich dann ihr “Hakerl” geben? Die Erfahrung zeigt, dass die Terminisierung oft ein ganz schwieriger Punkt ist und darum nicht definiert wird.

Beispiele für SMARTe Formulierungen

Ein paar klassische Zielformulierungen, die ich in meinen Seminaren erfragt habe und mögliche Umformulierungen dazu.

Ursprüngliches Ziel “Ich möchte abnehmen”.
Mögliche Umformulierung: “Ich möchte ab heute in 60 Tagen, 4 kg abnehmen”.

Das wäre schon ziemlich SMART. Hier stellt sich die Frage, wie Sie das erreichen wollen. Ist das Verhalten dazu attraktiv genug? Ist es realistisch?
Man sollte also dieses Ziel in das Verhalten, das zum Ziel führt, lenken. Noch besser wäre also: “Ich möchte ab heute in 60 Tagen, 4 kg abnehmen, indem ich ab sofort 3x pro Woche laufen gehe.”


Ursprüngliches Ziel eines jungen Sportlers: “Ich möchte erfolgreich durch die Saison kommen”
Umformulierung: “Ich möchte in diesem Jahr 3 Wettkämpfe unter den ersten Drei beenden”

Realistisch ja, terminisiert ja, attraktiv auch ja – aber ist es spezifisch genug? Ich denke, man müsste hier das Jahr noch genauer definieren und auch die Wettkämpfe. Also zum Beispiel “Ich werde bis 31.12.2019, drei Wettkämpfe der Liga “xxx” unter den ersten Drei beenden”. Achten Sie darauf, dass es wirklich realistisch ist! Viele Sportler setzen sich viel zu hohe Ziele.


Ursprüngliches Ziel: “Ich möchte weniger oder gar nicht mehr Rauchen”
Umformulierung: “Im Jänner rauche ich maximal 5 Zigaretten am Tag, Im Februar drei und im März gar keine mehr”.

Je nachdem wieviel Sie vorher geraucht haben machen Sie sich durch dieses Ziel nicht einen übergroßen Druck. Es ist spezifisch, messbar, attraktiv (Sie könnten den Geldwert, den Sie sich ersparen noch dazufügen), realistisch und vor allem terminisiert.


Ursprüngliches Ziel: “Mehr Sport machen”
Mögliche Umformulierung “Ich gehe ab sofort jede Woche, am Montag, Mittwoch und Freitag bei jedem Wetter eine Stunde laufen.”

Wenn Ihnen das Laufen Spaß macht, dann ist das eine gute Formulierung – man könnte noch eine Uhrzeit dazu fügen um es noch spezifischer zu machen. Schließen Sie auch jede Woche erfolgreich ab, in dem Sie die erledigte Woche auf einem Kalender abhaken oder Ähnliches.

Prozessziele statt Ergebnisziele

Setzen Sie sich Zwischenziele in denen Sie definieren, wie Sie durch geänderte Verhaltensweise(n), Ihr eigentliches Ziel erreichen möchten. Diese Verhaltensweisen sollten Ihnen Spaß machen und die Optimierung des Verhaltens zum eigentlichen Ziel führen. Das ursprüngliche Ziel wird auf diese Art zu einem willkommenen “Nebenprodukt”.

Das nennt sich auch “Prozessziele statt Ergebnisziele” und wird im Sport und von Topmanagern aktiv praktiziert. Auf diese Art und Weise kann man sehr lange, hochmotiviert große Ziele verfolgen.

“Cervantes said: The Journey is better than the end!
Practices, to me, were the journey!”

John Wooden

Der Prozess selbst beginnt Spaß zu machen und wenn das Ziel vielleicht auch nicht so schnell erreicht wird wie geplant, bleibt die Motivation trotzdem erhalten.

Folgende Vorteile ergeben sich noch dadurch:

– Sie beschäftigen sich mehr mit dem Weg und der Planung wie Sie ihr Ziel erreichen.

– Eine Voraussetzung, um in den FLOW zu kommen, ist wenn eine Tätigkeit Ihnen direkt Feedback gibt. Das geht nicht nur im Sport, sondern in allen Bereichen in denen Sie etwas leisten sollen – ja, auch bei der Arbeit ist es möglich. (Lesen Sie hier mehr dazu!)

– Sie können so auch jeden einzelnen Schritt auf dem Weg zu Ihrem eigentlichen Ziel erfolgreich gestalten. Rückschläge sind weniger möglich bzw. nicht so hart.

– Das eigentliche Ziel ist nicht mehr so übermächtig und der Druck den Sie sich selbst dadurch machen, nicht mehr so hoch. Eine entspannte Herangehensweise ist die Folge.

Zeitmanagement

Fügen Sie die Zeitplanung für Ihre Ziele in Ihr grundsätzliches Zeitmanagement ein und definieren Sie was Sie zur Zielerreichung alles benötigen.

Achten Sie darauf, dass Ihre Ressourcen vorhanden sind, ansonsten ist das Ziel wieder nicht realistisch. Wenn Sie keine passende Kleidung haben, um bei jedem Wetter laufen zu gehen, ist es nicht realistisch, dass sie es tun werden. Kann es sein, dass Sie aus beruflichen Gründen keine Zeit für die vorgenommenen Termine haben werden? Auch dann sind die Ziele nicht realistisch gesetzt.

Seien Sie ehrlich zu sich selbst, ansonsten macht es keinen Sinn.

SMARTES Delegieren und SMARTE Call-To-Actions

Sind Sie in der Rolle für Zielerreichungen Andere motivieren zu wollen bzw. ihnen Arbeitsanweisungen zu geben, dann zählt ebenso eine SMARTe Formulierung der Aufforderung.

Das ist wichtig beim Delegieren von Aufgaben oder auch beim aktiven Community Management. Wollen Sie von Ihrer Community oder von Ihren Mitarbeitern eine Handlung, dann formulieren Sie die Aufforderungen (auch Call-To-Actions genannt) möglichst SMART.

Umgang mit Rückschlägen

Ziele erfolgreich meistern!Dazu könnte man ganze Lehrbücher füllen. Das Wichtigste ist, dass Sie wissen, dass es Rückschläge geben wird, dass Sie trotz allem gewisse Ziele nicht erreichen werden oder auch länger dafür benötigen könnten.

Das ist aber kein Grund aufzugeben. Akzeptieren Sie den Rückschlag. Prüfen Sie genau woran es gelegen ist, dass Sie Ihr Ziel nicht erreicht haben – können Sie dem entgegenwirken? Haben Sie es in der Hand das zu ändern? Waren Sie ehrlich zu sich selbst? War das Ziel vielleicht von Anfang an nicht realistisch?

Formulieren Sie Ihr Ziel neu! Es geht darum Ziele so zu setzen, dass Sie selbst im vollen Besitz der Steuerung sind und das einzige was wirklich Sie selbst in der Hand haben, ist Ihr eigenes Verhalten!

Je mehr Ihre Ziele also in ihrem Verhalten selbst zu finden sind, desto erfolgreicher werden Sie werden.

Fazit

SMARTe Zielformulierungen, Arbeitsanweisungen und Aufforderungen helfen einem Ziel näher zu kommen und langfristig motiviert zu bleiben. Je klarer ein Ziel definiert ist, desto leichter fällt es, dieses auch zu erreichen.

Auch deswegen ist es bei einem großen und vielleicht noch weit entfernten Ziel sinnvoll mit Zwischenzielen zu arbeiten, vielleicht das Ziel sogar im Prozess und nicht im Ergebnis zu suchen. So feiern Sie schneller Erfolge und können leichter die Motivation hoch halten.

Tipp: Schreiben Sie die Ziele auf. Sie können so den Fortschritt besser kontrollieren und Ihnen Ihren Erfolg auch bewusster machen.

Seien Sie einfach ein bisschen SMARTer mit sich und Ihren Mitmenschen.

*Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit bezeichnen wir Personengruppen in einer neutralen Form (Mitarbeiter, Kollegen), wobei wir immer sowohl weibliche als auch männliche Personen meinen.

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